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Sexualisierte Gewalt

Was ist sexualisierte Gewalt?

Sexualisierte Gewalt ist eine individuelle Grenzverletzung und meint jede sexuelle Handlung, die an oder vor einem Kind oder Jugendlichen entweder gegen deren Willen vorgenommen wird oder der diese nicht wissentlich zustimmen können, weil sie deren Tragweite nicht erfassen. Der Täter/die Täterin missbraucht das vorhandene Macht- oder Abhängigkeitsverhältnis, um eigene Bedürfnisse auf Kosten des Kindes/Jugendlichen zu befriedigen. Es gibt verschiedene Formen sexualisierter Gewalt.  Folgende Unterscheidung erweist sich bei der Einordnung als hilfreich:

1. Grenzverletzungen

  • einmaliges oder gelegentliches unangemessenes Verhalten; absichtliches oder unbeabsichtigtes Missachten persönlicher Grenzen, der Intimsphäre oder von Persönlichkeitsrechten.
  • z.B. anzügliche Bemerkungen; grundloses Betreten des Duschraums; unnötige Berührungen oder Umarmungen, die dem Gegenüber unangenehm sind; Verletzung des Rechts auf das eigene Bild

2. Übergriffe

  • geschehen niemals zufällig oder unbeabsichtigt;
    Täter setzen sich über gesellschaftliche Normen, institutionelle Regeln, fachliche Standards oder den Widerstand der Opfer hinweg
  • z.B. abwertende sexistische Bemerkungen über körperliche Merkmale; sexualisierte Gesten; sexistische Spielanleitungen; aufgedrängte Küsse; wiederholte, vermeintlich zufällige Berührungen an Brust, Po, Genitalien; Einstellen von sexualisierten Fotos ins Internet

3. Strafrechtliche relevante Formen sexualisierter Gewalt

Strafbar ist nach StGB §§ 174-184:

  • der Missbrauch an Kindern, Jugendlichen und Schutzbefohlenen:
    Durchführung sexueller Handlungen an, mit oder vor ihnen (z.B. Zungenkuss, Manipulation der Geschlechtsorgane, Geschlechtsverkehr); Aufforderung zu sexuellen Handlungen am eigenen Körper, dem des Täters oder eines Dritten
  • exhibitionistische Handlungen
  • die Förderung sexueller Handlungen Minderjähriger: Strafbar macht sich, wer diese duldet, fördert, vermittelt oder Gelegenheit dazu verschafft.
  • die Verbreitung von pornographischem Material: Strafbar macht sich, wer dieses Minderjährigen anbietet, überlässt oder zugänglich macht. Strafbar macht sich generell, wer kinderpornographisches Material ausstellt, herstellt, anbietet, besitzt.
  • die Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereiches durch Herstellen oder Verbreiten unbefugter Bildaufnahmen einer Person in einer Wohnung oder einem gegen Einblick besonders geschützten Raum (z.B. Toiletten, Umkleiden) (StGB §201a)
Prävention sexualisierter Gewalt

Präventions-Hotline der Diözese Eichstätt: 08421/50-500

Weitere Beratungsstellen:
www.hilfeportal-missbrauch.de