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Grenzverletzungen zwischen Kindern und Jugendlichen

Im Gruppenalltag sind Leiter/-innen nicht selten mit Grenzverletzungen zwischen Kindern und Jugendlichen konfrontiert. Der Übergang zu Übergriffen ist dabei oft fließend. Wichtig für Gruppenleiter/-innen ist, bereits bei kleineren Grenzverletzungen einzuschreiten und eindeutig Stellung gegen verletzendes und übergriffiges Verhalten zu beziehen.

Übergriffe sind Handlungen, die wiederholt oder gezielt die persönlichen Grenzen anderer Kinder/Jugendlicher verletzen. Macht und Unfreiwilligkeit sind zentrale Merkmale. Die Machtverhältnisse können unterschiedliche Ursachen haben: Alter, Geschlecht, körperliche Kraft, Abhängigkeit, Bestechlichkeit, Außenseiter, sozialer Status, Intelligenz, Migrationshintergrund. Übergriffe können auf eigene Gewalterfahrungen hinweisen. Übergriffige Kinder/Jugendliche brauchen Grenzsetzungen, aber oft auch selbst Hilfe.

Beispiele für übergriffiges Verhalten

  • sexualisierte Beleidigungen, obszöne Anrufe
  • Aufnahme und Weitergabe von intimen Fotos
  • Voyeurismus und erzwungenes Zeigen lassen der Geschlechtsteile
  • unerwünschtes Zeigen von Geschlechtsteilen, Aufforderung zum Anschauen, Anfassen
  • Gezieltes Greifen nach den Geschlechtsteilen, Zwangsküssen
  • orales, anales, vaginales Eindringen (auch mit Gegenständen) durch andere Kinder

Was tun bei Grenzverletzungen und Übergriffen zwischen Teilnehmenden?

1. Situation unterbrechen.

Dazwischen gehen und die Situation stoppen. Gegen grenzverletzendes, sexistisches, diskriminierendes, gewalttätiges verbales oder nonverbales Verhalten Stellung beziehen.

2. Einzelgespräch mit dem betroffenen Kind/Jugendlichen

Ihm/Ihr zuhören. Ihm/Ihr vermitteln, dass sich die übergriffige Person falsch verhalten hat. Herausfinden, was er/sie jetzt benötigt und ihm/ihr mitteilen, was du jetzt tun wirst.

3. Einzelgespräch mit dem übergriffigen Kind/Jugendlichen

Fehlverhalten ansprechen, Vereinbarung über Verhaltensänderung treffen. Wiedergutmachung / Entschuldigung herbeiführen.

4. Einschätzung im Team

Vorfall besprechen und abwägen, ob Aufarbeitung in der ganzen Gruppe oder Teilgruppe sinnvoll ist. Gemeinsam überlegen, ob Konsequenzen und welche für den/die Urheber/-innen zu ziehen sind und die Eltern einbezogen werden müssen.

5. Vorfall in der Gruppe besprechen

Wenn bereits Umgangsregeln und Beschwerdewege mit der Gruppe erarbeitet wurden, auf diese verweisen, ansonsten diese mit der Gruppe entwickeln

6. Ggf. Einbindung einer Beratungsstelle und Kontaktaufnahme mit den Eltern

Bei erheblichen Grenzverletzungen oder Übergriffen Kontakt zu einer Vertrauensperson Kontakt zu einer Vertrauensperson,  der diözesanen Präventionshotline (08421-50500) oder einer anderen Beratungsstelle aufnehmen aufnehmen und die Eltern/Erziehungsberechtigten der Betroffenen informieren.

Prävention sexualisierter Gewalt

Präventions-Hotline der Diözese Eichstätt: 08421/50-500

Weitere Beratungsstellen:
www.hilfeportal-missbrauch.de